Wilderer & Taschendiebe...Oberlumpen, Superschurken und Halunken

Die 4. CD mit 12 brandneuen Songs in deutscher Sprache

Lumpenlieder, Alltagsphilosphie, wahre Geschichten, ein Liebeslied und eins halbwahr, aber nicht gelogen - Old Shoes eben

Franz-Josef Ritzerfeld - Musik, alle Instrumente, Lead- und Background Vocals, Arrangements, Tontechnik, Produktion

Hubert Wehren - alle Texte außer Kellerloch: Lothar Epe/Huber Wehren, Ideen, gelegentlich Background Vocals, Lead Vocals auf "Der Brief"

Zu den Inspirationen für die Songs

Zu den Texten

 

Die Inspirationen zu den Songs

Ein Blick hinter die Kulissen der Textentstehung

Wilderer und Taschendiebe
Zuerst geisterte in meinem Kopf als Idee für einen Albumtitel „Wilderer, Taschendiebe und andere Lumpen“ herum. Es entwickelte sich daraus zunächst Wilderer und Taschendiebe, dass durchaus politischen Hintergrund hat. Die wirklich Großen Verbrechen werden von Männern in Anzügen, Uniformen, Roben und Talaren begangen, ohne dass diese sich selbst die Finger schmutzig machen. Dagegen sind Wilderer und Taschendiebe echt kleine Fische. Unser „Die Kleinen fängt man, die Großen lässt man laufen“, heißt übrigens im Englischen „Catch the small fry and let the big fish go free“. Es scheint mir, dass zunehmend nicht mehr das gemacht wird, was notwendig ist, sondern das, was einfach ist. Kleine Fische fangen, ist halt einfacher als Cum-Ex Multimillionäre hinter Gitter zu bringen. 
Die Idee mit der trunkenen Meute am Ende kam erst nach und nach. Es hat viel Spaß gemacht, die zahlreiche Spuren aufzunehmen, um eine größere Gesellschaft vorzutäuschen. Wir waren dabei zunehmend wild, so dass dabei auch einige Gläser zu Bruch gingen.
 
Wie die Zeit vergeht
Zeit ist ein Phänomen. Ich finde faszinierend, dass sie sich physikalisch nicht wirklich fassen lässt und seit Einsteins Relativitätstheorie klar ist, dass sie nicht für alle gleich schnell vergeht. Im subjektiven Empfinden war die Zeit noch nie auch nur annähernd gleich lang. Etwas Anregendes oder Spannendes verfliegt, Wartezeit ist immer lang und die Zeit auf dem Zahnarztstuhl vergeht überhaupt nicht. Eine besondere Anregung kam von all den Formulierungen, die wir rund um die Zeit kennen. Da hätte der Text noch viel länger sein können.

Alles bestens, alles ok
Der Text geht auf die Zeit zurück, in der es Franz-Josef schwer hatte, weil er das Leiden und Sterben seiner Frau mitansehen musste, ohne helfen zu können. Ihm blieb häufig nichts anderes übrig, als Optimismus zu zeigen, vielleicht auch nur vorzutäuschen. So wie er gelegentlich auf die Frage, wie es ihm gehe, antwortete, geht es vielen Menschen, die aus irgendeinem Grund gerade etwas Schweres mit sich tragen, aber in der gegebenen Situation nicht darüber sprechen wollen. Sie sagen „alles bestens, alles ok“.Das Fatale daran ist, dass dem Gegenüber dabei völlig klar ist, dass gerade gelogen wird.

Geiz ist geil
Ich hasse Controller Also den Job, nicht unbedingt die Menschen. Mag der Job auch noch so sinnvoll sein, so war mein Erleben mit der Interpretation ihrer Ergebnisse, gelinde gesagt, abenteuerlich milchmädchenhaft. Mathematik ersetzt die Wirklichkeit, so dass man sich für eine von der Berechnung abweichende Wirklichkeit rechtfertigen muss. Absurd. Die Zukunft wird aus der Vergangenheit berechnet. Daran sind schon ganze Firmenimperien zugrunde gegangen. Der Durchschnitt wird zum Ziel erhoben, auch wenn es ihn noch nie irgendwo gegeben hat. Wenn ich nichts habe und Sie eine Million, dann haben wir durchschnittlich 500.000. Wie nah an der Wirklichkeit ist das denn?
Außerdem ist man hinterher immer schlauer. Wenn die Leiche obduziert wurde, kennt jeder Trottel die Todesursache. Daraus kann man dann Handlungsempfehlungen ableiten, wie: „Sollte mit einer Waffe auf Sie geschossen werden, weichen Sie so rechtzeitig aus, dass Sie nicht von dem Projektil getroffen werden.“ Zack – Problem gelöst.
Wenn, wie in der Privatwirtschaft üblich, nachgerechnet wird, um einzusparen, kommt immer das Gleiche heraus. Es wird Personal gekürzt, da das unmittelbar auf der Kostenseite Wirkung zeigt und die Bilanz verbessert. Übrigens in dem Monat, nachdem man das gesamte Personal abgeschafft hat, am meisten. Darüber könnte ich ein Buch schreiben. Ich habe mich außerdem des bekannten Slogans „Geiz ist geil“ bedient, weil aus meiner Sicht diese Haltung das früher einmal geltende „Leben und Leben lassen“ leider vollständig ersetzt hat. 

Heute nehm ich mich mir frei 
Ich hatte das Bedürfnis, etwas ganz Entspanntes zu Papier zu bringen, was auch in eine entsprechende Musik einfließen sollte. Einmal angefangen, floss der Text schnell aus der Feder. Erst im Nachgang wurde mit bewusst, dass es von Max Raabe einen ähnlichen Titel mit „Der perfekte Moment… wird heut verpennt“ gibt. Er stand aber bei unserem Stück tatsächlich nicht Pate.


Ich schreib keine Liebeslieder
Tatsächlich hatte mich Franz-Josef vor längerer Zeit gebeten, doch einmal ein Liebeslied zu schreiben. Das war der Beginn einer Reihe von Fehlschlägen. Nicht, dass das nicht gelingen wollte, aber einmal fertiggestellt, ähnelten sie zu oft bekannten Texten und passten gar nicht zu unserem sonstigen Schaffen. Ich beschloss also, dies selbst zum Thema zu machen, nämlich einfach kleine Liebeslieder zu schreiben. Das galt aber nur so lange, bis der nachfolgende Song entstand.

Dich brauche ich
Die Sache mit den Liebesliedern ging mir doch irgendwie nicht aus dem Sinn. Ich musste nur ganz anders anfangen, als das üblicherweise der Fall (bei „Es gibt keine Drachen mehr“ ist das ja auch gelungen). Nachdem ich den ersten Satz „Du bist wie eine warme Mütze“ zu Papier gebracht hatte, lief es von ganz allein. Ich habe kein künstliches Liebeslied verfasst, sondern an meine Frau gedacht.

Ohne mich
Ich gebe es zu, ich bin wütend. Die Art des politischen Diskurses und insbesondere ihre Darstellung in den Medien geht mir zunehmend gegen den Strich. Lasst uns streiten und lasst und unterschiedlichste Positionen austauschen, aber bitte nicht sofort ein Etikett ankleben und dann sagen: „Mit denen darf nicht geredet, denen darf nicht zugehört werden.“ Und wenn dann erst der virale Mob zugeschlagen hat, endet es letztlich doch immer in: „hängt die Sau“.
Das erinnert mich fatal an die Zeit, in der wir schon einmal Menschen etikettiert haben. Der Weg in die Anwendung von Gewalt führte auch damals zunächst nur über die Verbrennung von Büchern. Heute erledigt das die SA der sozialen Medien mit einem Shitstorm. Also – ohne mich.

Mein Kellerloch
Mein Freund Lothar ist in Heimen aufgewachsen. Er schreibt Gedichte und sein Gedicht „In meinem kleinen Kellerloch“ hat mich besonders berührt. Gleichzeitig hat es mich auch sehr inspiriert. Insbesondere nachdem Lothar mir erzählte, dass es absolut autobiografisch sei. Originalton Lothar: Das Kellerloch hat mir wahrscheinlich damals sprichwörtlichen „den Arsch gerettet.“ Sein Gedicht erinnerte mich an meine eigene Kindheit, in der auch ich mir einen kindlichen Zufluchtsort geschaffen hatte, indem ich mich nach Belieben in den Helden meiner Wahl in jedem Zeitalter verwandeln konnte. Ich denke, dass die Meisten einmal so eine kindliche Oase für sich geschaffen haben, sei es in der Realität oder auch nur in der Fantasie. Ich bat Lothar deshalb, einen Songtext aus seinem Gedicht machen zu dürfen. Natürlich war er einverstanden und unterstützte mich dabei, den Text in seine endgültige Fassung zu bringen. Dieses Lied ist eines meiner Lieblingsstücke.

Der Brief
In der obersten Schublade meines Schreibtisches liegt jener handgeschriebene Brief meines alten Freundes Lothar, den er mir nach 17 Jahren Funkstille schrieb und indem er zum Ausdruck brachte, dass er unsere gemeinsames Erleben vergangener Tage vermisst. Lothar hatte den Brief mit einem Füllfederhalterauf auf schweres wertiges Papier geschrieben und schlug darin vor, den schon viel zu lange abgebrochenen Kontakt wieder aufzunehmen. Diese besondere Art, den Kontakt nach der langen Zeit wiederaufzunehmen, beschwor „die alten Zeiten“. Er hatte sich für mich besonders viel Mühe gegeben und damit seine Wertschätzung ausgedrückt, denn einen vierseitigen Brief schreibt man mit der Hand nicht mal eben auf die Schnelle. Der Brief ist auf den 12. August 2024 datiert. Alles Weitere über diesen Brief wird in dem Text genau so beschrieben, wie es war. Danke für den Brief, Lothar.

Gut, dass wir den Text vergaßen
Die zugrunde liegende Begebenheit liegt ebenfalls rund 17 Jahre zurück. Es war ein Führungskräfte-Workshop einer neu gegründeten Organisationseinheit für die internen Angelegenheiten mit einer ersten Bilanz und dem Ansinnen, wie wir uns besser aufstellen. Wir sahen uns zu der Zeit einer ganzen Menge von Widerständen und auch Anfeindungen entgegen. Die aktuelle Situationsbeschreibung mündete in dem Vergleich von Fußballspielern, die in Schwimmflossen antreten. In dem Seminarraum stand ein Klavier, was uns zu abendlicher Stunde und unter Alkoholeinfluss dazu brachte, ein Lied zu verfassen, in dem wir mit unseren Widersachern abrechneten. Wir nutzten dazu eine bekannte Melodie von Udo Jürgens. Das Lied wurde dann noch einmal zum Abschluss des Workshops von allen mitgesungen. Irgendwann haben wir uns gefragt, ob noch jemand den Text hat. Er ist allerdings nicht mehr aufgetaucht. Ich denke, das ist auch besser so.

Oberlumpen, Superschurken und Halunken
Der Song knüpft nahtlos an „Wilderer und Taschendiebe“ an. Das muss ein großes Fest im teuersten Schuppen in Dubai sein, wenn sich die Oberlumpen, Superschurken und Halunken der Welt treffen. Die ursprünglichen Strophen des Songs trugen die Überschriften Mafia -, Politiker -, Manager - und Kleriker - Strophe. Letztere haben wir dann ausgelassen, ebenso wie die gedachte Strophe für die Militärs. Ich bleibe dabei: Die wirklich großen Verbrecher des Planeten wirken gut in den Hinterzimmern der Macht zusammen, sind überall zu finden und sehen meist gepflegt aus. Putin trägt schließlich auch immer Anzug.


 

Die Texte

Wilderer & Taschendiebe

Angeklagt hat man uns
Verhaftet und abgeführt
War die Gefahr so groß?
War das denn nicht verfrüht?
Natürlich sind wir keine Engel
Nicht so abgebrüht
Wollt ihr denn nicht sehn Wilderer, Taschendiebe und Strolche sind nicht das Problem

Die echten Verbrecher
Mit goldglänzender Uhr
Die täuschen die Massen
Verführen sie nur
Sind auch auf das Geld aus
Wollen Macht und zwar pur
Wollt ihr denn nicht sehn
Falschmünzer, Strauchdiebe und Schieber sind nicht das Problem

Anzüge, Uniformen und Talare
Die ewige Allianz
Die berauben nicht nur
Die vernichten, vernichten auch ganz
Die Freiheit des Denkens
Fällt in ihrem Glanz
Wollt ihr denn nicht sehn
Wegelagerer, Hochstapler und Gauner sind nicht das Problem

Kardinäle, Generale und Minister
Haben sich zusammengerauft
Und in unheiliger Allianz sich
die Meinung erkauft
Führen euch an der Nase herum
Der Mensch als Masse ist nämlich dumm
Wollt ihr denn nicht sehn
Schlitzohren, Spitzbuben und Schmuggler sind nicht das Problem

Holt die Fässer aus dem Keller, füllt den Met in die Humpen, heut wolln wir einen heben, ihr Lumpen
Kommt ihr Wilderer, Taschen-diebe und Strolche
Falschmünzer, Strauchdiebe, Schieber und solche
Wegelagerer, Hochstapler und Gauner
Schlitzohren, Spitzbuben, Hauptsache kein Brauner
Hebt die Gläser ihr Lumpen und trinkt mit mir zuliebe
Einen Toast auf Wilderer und Taschendiebe
u.s.w. (bis zum bitteren Ende)

Wie die Zeit vergeht

Die Zeit, so sagt man, die Zeit heilt alle Wunden
Und mit der Zeit, sagt man, mit der Zeit kommt Rat
Die Zeit muss wertvoll sein, denn man kann sie stehlen
Meist vergeht sie, nur manchmal, da steht sie still

Zeit, Zeit so sagt man, Zeit ist Geld
Doch für alles Geld der Welt, kann man Zeit nicht kaufen
Einige haben so viel davon, dass sie sie vergeuden
Und dann gibt es welche, die haben immer, immer keine Zeit 

Ob Du berühmt bist oder ob keiner Dich kennt
Ob die Zeit für dich verklebt ist oder ob sie rennt
Ganz egal, wie lang die Welt sich noch dreht
Sagst du, Kinder wie die Zeit vergeht
Wie die Zeit vergeht
Wie die Zeit vergeht

Für alle wird sie einmal kommen und dann spielt sie verrückt
Hast Du etwas Zeit fragt man, um etwas zu besprechen
Die einen sind ihr glatt voraus, die anderen laufen hinterher Es gibt auch eine lange Zeit, zu lang für die Meisten

Mal bezeichnet man die Zeit als gut und mal als schlecht Die Zeit bleibt nicht stehn, aber dafür kann man mit ihr gehn 
Man kann sie gar verlieren, aber gewinnen eben auch
Und wer, wer kennt sie noch, die gute alte Zeit

Refrain 2x

Und wie das Universum auseinanderstrebt 
So ist es mit der Zeit, die immer schneller vergeht

 

Alles bestens, alles ok

Der Krug, so sagt man
Geht zum Brunnen, bis er bricht
Schau in den Himmel
Wo bleibt das Licht?

Zunächst ist da kaum Schatten
Da ist viel mehr Licht
Noch, noch scheint die Sonne
Die Nacht, sie wartet nicht

So viele gute Zeiten
Und schwere sicher auch
Wo kein Feuer, wo kein Feuer, da ist auch kein Rauch

Der Krug, so sagt man
Geht zum Brunnen, bis er bricht
Ich schau in den Himmel
Wo bleibt das Licht?

Und fragst Du mich
„Tut es noch Weh?“
Sagst ich Dir nur
Alles bestens - alles ok 
Alles bestens, alles ok

Nach all den Morgen
Und all dem Tun
Nach dem Zubettgehn
Und all dem Ruhn

Nach all den Jahren
Nach all der langen Zeit 
Niemand kann je von sich sagen
Er sei je bereit

Die Vögel zwitschern
Ich hör sie nicht
Um mich ist es still
Weil niemand, niemand mehr spricht

Refrain
...

 

Geiz ist geil
(Controller Song)

Sie sind die Leichenfledderer des Geschehens 
Pathologen von dem, was schon war
Erwerben ihr Wissen im Nachgang ungeniert 
Unwiderstehlich, weil’s genau so passiert
Für Besserwisser da sind alle anderen Flaschen
Gehören daher aussortiert und abgesägt
Denn wurden erstmal die Controller angesetzt 
Werden auch für dich die Messer gewetzt 

Die Welt ist ein Paradies für Controller 
Gespart werden kann doch überall 
Zunächst verzichtet man auf alles 
Alles, was man nicht berechnen kann

Geiz ist geil – und ab die alten Zöpfe
Geiz ist geil – denn das bringt den Gewinn
Geiz ist geil – das soll das neue Motto sein
Geiz ist geil – und frag nicht nach dem Sinn
Geiz ist Geil

Die Autopsie findet statt in Sitzungssälen 
Ohne Narkose, am lebenden Objekt
Sie obduzieren immer nur das Gestern 
Prognostizieren uns das Morgen daraus
Zwischen „Hosianna“ und „kreuzige ihn“ 
Passt dann nicht mal mehr ein Blatt

Im nächsten Leben werde ich Controller 
Denn Controller haben immer Recht

Die Welt ist ein Paradies für Controller 
Weil schlauer ist man hinterher
Berechnungen sind immer richtig 
Auch wenn vom Sinn her völlig leer

Refrain

Controller leben vor sich hin
Rechnen hier – rechnen da - rechnen hier 
Fragen nicht nach dem Sinn
Fragen nicht nach dem Sinn

Refrain

Und hat etwas mal nicht funktioniert
Wird es erst einmal analysiert
Dann mit dem Ergebnis konfrontiert
Und stets flugs umorganisiert
Dann die Belegschaft reduziert 
Das dann als Erfolg deklariert
Wenn das aber auch nicht funktioniert
Dann hat es jemand torpediert

Heut nehm ich mir frei

Heut mach ich nichts
Heut nehm ich mir frei
Was immer auch geschieht
Es ist mir einerlei

Heute reg ich mich ganz bestimmt nicht auf
Gründe dazu gäb’s ja zuhauf
Ich werd auf keinen Fall die Zeitung lesen
Denn was passiert ist, ist gewesen
Da kann man jetzt eh nichts mehr dran machen
Wenn‘s nicht so traurig wär, wär‘s zum Lachen

Denn ich bleib heute liegen
Mach es doch so wie ich
Könnt ich dich dazu kriegen
Wär's ein Punkt, wär’s ein Punkt für mich

Ich schalt heute auch keinen Fernseher mehr ein
Das lass ich lieber, das lass ich lieber sein
Heut nehm ich mal ein langes Bad
Geht ja nur, wenn man Zeit dafür hat
Ich bau mir dann ein Schloss aus Schaum
Alles andere kümmert mich kaum

Refrain

Heute mach ich nichts, heute nehm ich mir frei
Was immer auch geschieht, es ist mir einerlei

Ich öffne heute auch wenn es klingelt nicht die Tür
Wüsste auch nicht, ich wüsste auch nicht wofür
Die Katze wird sich zu mir legen
Wir werden dann die Augen pflegen
Im Büro werden sie Fragen, wo ich bin
Lass sie rätseln, ich leg mich wieder hin
 
Heut lass ich die Schaben schaben – heute mach ich nichts, heut nehm ich frei Heut lass ich auch die Spinnen spinnen – was auch geschieht – ist einerlei 
Heute lass ich sogar die Fliegen fliegen – ich bleib heut liegen 
Kann ich dich dazu kriegen, dann ist's ein Punkt, dann ist's ein Punkt, dann ist's ein Punkt für mich

Ich schreib keine Liebeslieder

Du sagtest, ich habe einen Job für Dich
So wie Du's sagtest, klang es fürchterlich
Fragtest, was wirst Du für Geld wohl machen?
Ich dachte, du meinst kriminelle Sachen

Ich sagte, ich töte und entführe nicht
Auf keinen Fall, auch nicht für Dich
Was Du wolltest, hätte ich nie angenommen
Und doch, es kann noch schlimmer kommen

Ich schreib keine Liebeslieder
Herzschmerz fällt mir viel zu schwer
Ich schreib keine Liebeslieder
Ist auch alles schon zu lange her
Ich schreib keine Liebeslieder
Ich schreib keine Liebeslieder

Wie kommst Du darauf, mich das zu fragen
Du weißt, was die Kritiker gern sagen
Das ist ausgelutscht und ausgewrungen
Das ist 'nem kranken Hirn entsprungen

Dann kommt Dein Angebot im Detail
So hoch, da bin ich doch dabei
Fragt man, wie hast Du ihn gedungen
Sagst Du, ich habe ihn mit Geld gezwungen

Refrain

Vielleicht hier und da, hin und wieder
Vielleicht hier und da, hin und wieder


 

Dich brauche ich

Du bist wie eine warme Mütze
Oder ein warmer Schal, wenn es friert
Zuweilen auch ‘ne steife Brise
Und dennoch habe ich‘s riskiert 

Bist wie eine heiße Schokolade
Wenn es draußen stürmt oder schneit
Hast mich mit Deinem Sinn fürs Leben 
Von manchem Wolkenschloss befreit

Du bist auch wie mein Lieblingsessen
Denn davon bekomm ich nie genug
Bist wie der lang ersehnte Urlaub
Bist das Gefühl beim ersten Flug

Wenn zwei so ineinander-greifen
Wie Mönch und Nonne auf dem Dach
Wenn sie nur zusammen einen Sinn ergeben
Schwarz und weiß, wie beim Schach

Du bist nun mal die richtige Farbe
Wenn man ein perfektes Bild anstrebt
Du kamst mir immer schon bekannt vor
Sag, sag, haben wir schon mal gelebt?

Mit Dir ist überall ein bisschen wärmer
Ein bisschen heller noch dazu
Ich war nicht lange auf der Suche
Denn in der Schule warst ja Du

Wir sagten nie, es sei für immer
Aber alles Andere gäbe keinen Sinn
Ich hätte keinen blassen Schimmer
Wo käm ich ohne Dich nur hin

Bist wie ein starker schwarzer Kaffee
Den ich jeden Morgen brauch
Du bist das Licht der Morgen-sonne
Denn Dich, Dich, Dich brauche ich auch


 

Ohne mich
 

Sie sagen, es gebe eine neue Macht
Sie sagen, nimm dich davor in acht
Und im Eifer des Gefechts Kommt diesmal die Gefahr von rechts

So oder so – ohne mich
So oder so – ohne mich

Sie sagen, ich muss mich entscheiden
Sie sagen, es bleibt nur eine von beiden
Eine, eine von den beiden Seiten
Ich kann aber beide, beide nicht leiden

Wer sagt, es sind die Anderen
Der, der ist die wahre Gefahr

So oder so – ohne mich
So oder so – ohne mich
So oder so
So oder so
So oder so – ohne mich

Wer sagt, wie ich reden soll
Wer sagt, was ich glauben soll
Wer sagt, was ich mögen muss
Wer sagt, wen ich hassen muss
Wer sagt, was ich denken darf
Wer sagt, wen ich wählen darf
Dem trau ich, dem trau ich auf keinen Fall

So oder so – ohne mich
So oder so – ohne mich

So oder so – ohne mich
So oder so – ohne mich


 

Mein Kellerloch

Platz war dort nur für die Schmalen, die mit den Beulen
Die, auch wenn‘s kalt und dunkel wird, wenn‘s kalt und dunkel wird nicht heulen
Die, die sich auch mal wühlen in Schlamm und Dreck
Ganz so, wie`s die Made macht, in ihrem Speck

Es war in meinem kleinen Kellerloch
Dort, wo ich mich stets verkroch
Ich meine, ich rieche es noch
So feucht und kalt, mein Kellerloch

Ich traf mich dort mit Winnetou und Old Shatterhand dazu
Mit Soldaten aus Fort Laramie und Indianern von den Cherokee
Auch mit Lederstrumpf, Huckleberry Finn und mit Tom Sawyer
Nur die anderen da draußen, die sind mir nicht geheuer

Es war in meinem kleinen Kellerloch
Dort hatte ich sie alle noch
Auch wenn es da so komisch roch
Entfloh ich dort meinem Joch – im Kellerloch

Dort konnt ich Pläne schmieden, von Krieg und von Frieden
Dort hab ich sie versammelt meine Helden, so verschieden
Weil sie meine Freunde sind, viel mehr als jedes andere Kind
Das waren doch Verräter für mein Versteck, diese Attentäter
Obwohl ich doch eher ängstlich bin, fühlte ich mich wohl darin
Wo ich ansonsten Platzangst hätte, sprengt die Fantasie jede Kette

Ich machte es mir, so gut es ging gemütlich
Hatte ‘ne Tüte Chips dabei und tat mich daran gütlich
Mit der alten Taschenlampe, direkt von der Reste-Rampe
So saß ich oft still und friedlich da, wo ich nie alleine war

Kekse hatte ich dabei und auch der Colaflaschen zwei
Hatte auch was für meine Helden mit
Waren so durstig nach langem Ritt
In meinem Kellerloch

Das, was den Anderen nicht geheuer, war für mich der Duft nach Abenteuer
Dort retteten meine Helden mich und ließen, ließen mich nie im Stich
Ich entkam dem Kindheits – Moloch, bin heute raus, bin heute raus aus jenem Loch
Aber eins, eins hab ich noch, das ist die Kraft der Fantasie
Sie umgibt mich stets, verlässt mich nie
Hat mich gestählt, ist ein Gewinn, macht mich zu dem, der ich bin
Die Kraft der Fantasie


 

Der Brief
 

Ein alter Freund hat mir geschrieben
Ganz altmodisch, mit einem Füller, mit der Hand
Ein alter Freund hat mir geschrieben
Ein Freund, mit dem mich einmal vieles verband

Es ist nicht so, als hätte ich ihn vergessen
Es gab nur keine Zeit, die richtig schien
Und je weiter zurück die letzte Begegnung lag
Umso mehr verblasste das Bild von ihm

Hast Du jemals einen Brief erhalten
Der Dir sagt, es geht mir gut, ich bin ok
Hast Du jemals einen Brief erhalten
Der Dir sagt, es wär schön, wenn ich dich wiederseh

Mir kommen jetzt zahllose Dinge in den Sinn
Belanglos, aber Erinnerungen immerhin
Der Tag an dem wir uns trafen, noch genau
Die Zeit als wir uns verliefen, nur nebelgrau

Unsere erste Begegnung, dort vor der Tür
Es war wohl gerade die Zeit dafür
Uns hat Vieles verbunden, vor allem Musik
Und natürlich hat Mancher sein Fett abgekriegt
 
Hast Du jemals einen Brief erhalten
Der Dir sagt, es geht mir gut, ich bin ok
Hast Du jemals einen Brief erhalten
Der Dir sagt, es wär schön, wenn ich dich wiederseh

Hat jemals ein Brief dein Herz erwärmt
Noch lange bevor Du ihn geöffnet hast
Hat jemals ein Brief dein Herz erwärmt
Hat Bilder hervorgeholt, die längst verblasst
 
Nun fahr ich zu Dir und mir ist ganz mau
Warum das so ist, weiß ich nicht genau
Und dann seh ich dich dort in der Türe stehn
Da weiß sich sofort, wir werden uns wieder verstehn

Hast Du jemals einen Brief erhalten
Den ein alter Freund an dich schrieb
Hast Du jemals einen Brief erhalten
Der dir die Tränen in die Augen trieb
Hast Du jemals einen Brief erhalten
Bei dem es dir kalten den Rücken runterlief
Hast Du jemals so einen Brief erhalten 
Ich wünsche jedem im Leben einmal so einen Brief

 

Gut, dass wir den Text vergaßen

Ein Piano hatten wir
Auch ein leeres Blatt Papier
Sicher ganz viel Wut im Bauch
Wahrscheinlich ein paar Bierchen auch
Eine bekannte Melodie
Und dann los-gereimt wie nie
- Gut, wie gut dass wir den Text vergaßen

Lauthals haben wir gesungen
Wie ein Landsknechtheer geklungen
Mit bekannter Melodie
Eine großen Diffamie
Gut, dass wir den Text vergessen haben
Ich will auch niemanden mehr fragen
Denn wenn die Genannten klagen
Geht’s uns allen an den Kragen
 
Namen kamen darin vor
Ganz bestimmt kein Engelschor
Derb ging es dabei zur Sache
Hatte irgendwas von Rache
Wie gut, dass wir den Text vergaßen
Zu zweit waren wir
Vollgekritzelt ein Papier
So haben wir in jener Nacht
Einen bitterbösen Text gemacht
- Gut, dass wir ihn vergaßen

Refrain

Statt von Ermessen und Prozessen
Waren wir ganz drauf versessen
Halsstarrig und unverdrossen
Fußball spielend in Schwimm-flossen
So jedenfalls kamen wir uns vor
Und so schießt man auch kein Tor
Der ganze Frust floss da hinein
Und so manche Seelenpein - Gut, dass wir ihn vergaßen
 
Refrain

Gut, dass wir ihn vergessen haben ...




 

Oberlumpen, Superschurken und Halunken

Mafia Strophe
Unser Geschäft ist das Rauben, Betrügen und Mord
Leg dich mit uns an und ganz schnell bist Du fort
Mitgefühl und Mitleid sind uns völlig unbekannt
Dafür sind wir die Reichsten, die Reichsten im Land

Wir sind das Syndikat der Oberlumpen, 
Superschurken und Halunken
Schmieren einfach Jeden, ist doch so Brauch
Waren immer schon da und bleiben, und bleiben es auch

Politiker Strophe
Unser Geschäft, wir reden schlau im TV
Wir reden so schlau, keiner versteht das genau
In Hinterzimmern werden die Geschäfte gemacht
Und dann all die Gutgläubigen verlacht

Wir sind das Syndikat der Oberlumpen, 
Superschurken und Halunken
Schmieren einfach Jeden, ist doch so Brauch
Waren immer schon da und bleiben, und bleiben es auch
Syndikat der Oberlumpen
Superschurken und Halunken
Syndikat der Oberlumpen

Manager Strophe
Unser Geschäft sind Geschäfte, Gewinne genau
Dafür verkaufen wir alles, auch Kinder und Frau
Ob Waffen, ob Giftgas und was für ‘ne Bombe Atom
Ist scheißegal, ist scheißegal, Hauptsache es stimmt der Lohn

Wir sind das Syndikat der Oberlumpen, 
Superschurken und Halunken
Schmieren einfach Jeden, ist doch so Brauch
Wir waren immer schon da und bleiben es auch

Syndikat der Oberlumpen
Wir sind niemals schuldig, tun immer ganz nett
Wir sind niemals schuldig, mit Konten so fett
Wir sind niemals schuldig, schockschwerenot
Wir sind niemals schuldig, alle Zeugen sind tot

Wir verdienen immer, auch wenn die Börse fällt.
Wir scheffeln die Kohle, wir sammeln das Geld
Scheißegal, ob’s euch nun gefällt
Scheißegal, wir regieren die Welt



 

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