Ehrliche Haut

Das beste Kleidungsstück ist eine ehrliche Haut. 

Eine Hommage an unsere Freunde, denn das verbindet sie - sie haben alle eine  "ehrlichen Haut".

 

 

 

 

Zu blöd - in die Titelauflistung hat sich ein Fehler eingeschlichen. Die Lieder 4 und 5 sind vertauscht.

 

Zu-den-Inspirationen-der-Lieder

 

Zu-den-Texten

13 Songs in deutscher Sprache

Die Lieder sind mal humorig, mal nachdenklich, mal melancholisch, mal bitterernst, mal ironisch, mal etwas für gute Laune und auch mal etwas zum Innehalten und Besinnen, wie die erste Single "Regentage".

Regentage

Wir albern ist es, Regentage zu hassen, während es Menschen gibt, die auch, wenn sie nur mehr davon bekommen könnten, nur noch Regentage nehmen würden.

Komm, wir feiern Regentage ...

 

Die Inspirationen zu den Liedern

Es bleibt bunt

 

Wo bist Du?

Bei der Vorbeifahrt an der Ortschaft Niederzissen erinnerte ich mich an Schreiben aus dem beruflichen Umfeld, die ich aus Illertissen erhalten hatte. Was für ein schönen Reim daraus zu machen ist. Auf dieser Basis entstand die Idee, Ortsnamen als Grundlage für Reime zu verwenden. Das paarte sich mit einem schon länger in meinem Kopf spukenden Gedanken, eine Hommage an Mott the Hooples „All The Way From Memphis“ zu schreiben, in dem Euchen (kleiner Ort in NRW) Memphis ersetzt. Die Zeile „Wo bist Du?“ hat Franz-Josef als Titel hinzugefügt.

Das Leben krümelt

Beim Staubsaugen im Wohnzimmer habe ich mich immer über die täglichen Krümel gewundert. Dabei schien es keine Rolle zu spielen, ob wir etwas gegessen hatten oder nur kurz im Raum waren. So kam mir der Gedanke, dass das Leben an sich krümelt.

Regentage

Vor dem Tod von Franz-Josefs Frau Heike haben wir uns oft, wenn ich zur musikalischen Arbeit bei Franz-Josef war, abends noch unterhalten. Dabei erlebte ich mit, wie sehr Heike unter den Folgen ihrer Krankheit und insbesondere der Chemotherapie litt. Es tat weh, das mitanzusehen - und dann beklagen wir uns über Regentage.

Ehrliche Haut

Dabei ist sie das, was wirklich zählt“ heißt es im Text und genauso ist es. Es ist eine Hommage an unsere Freunde, denn das ist es, was sie alle verbindet - ehrliche Haut.

Die Garderobe

In einem der zahlreichen Bücher über David Bowie, die ich besitze, stand über einen von Bowies Texten, die Sätze würden sich aneinanderreihen, wie Kleidungsstücke auf der Stange einer Garderobe. Was für ein tolles Bild, dachte ich. Der Text ist dann zügig entstanden und hätte mit Blick auf die Tascheninhalte der Kleidungsstücke noch länger sein können.

Guten Willens

Der Konfliktforscher Friedrich Hacker hat in seinem Buch „Aggression – die Brutalisierung unserer Welt“ schon in den 1980ern festgestellt, dass die Rechtfertigung von Gewalt Teil ihrer selbst ist. Und so folgt, seit es Menschen gibt, die Gewaltanwendung bis hin zum Gewaltexzess immer den gleichen Mechanismen. Schuld haben die anderen. Meine Gewalt ist nur ein Reaktion auf die Gewalt der anderen. Aktuell täglich aus Nahost und der Ukraine in den Nachrichten. Dabei reklamieren alle für sich, dass sie es doch nur gut gemeint haben.

Soldaten fragen nicht

Nachdem ich das Buch „Der Bruderkrieg“ von Hermann Pölking und Linn Sackarnd über den deutsch – französischen Krieg 1870/71 gelesen hatte war mir erneut völlig schleierhaft, was die Soldaten damals zum Durchhalten und Weitermachen bewogen hat. Sie wurden nicht ordentlich versorgt, nicht ordentlich ausgerüstet, nicht ordentlich untergebracht. Warum hielten sie trotz widrigster Umstände jahrelang durch? Die gleichen Fragen galten in fast noch deutlicherem Ausmaß für den amerikanischen Bürgerkrieg 1861 -1865. Die russischen Soldaten in der Ukraine fragen offenbar auch nicht. Soldaten fragen nicht – das ist wohl so.

Freunde

Freunde war der Titel des ersten Liedes, für das ich einen Text an Franz-Josef gesendet hatte. Es war sozusagen der erste Versuch. Es ging darum, einen schönen Abend, wie man ihn nur mit Freunden erleben kann, in Musik zu fassen. Wir haben dann einen neuen Anlauf und einige Zeit gebraucht, um mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Das Lied würdigt und wertschätzt die Freundschaft.

Der Schinder

In einer nordischen Krimireihe fiel der Begriff, ohne dass ich mich noch an den Zusammenhang erinnern könnte. Bei mir hat es sofort geklingelt. Ich dachte von Anfang an an eine Art Kinderreim in der Art von „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“. Der Schinder sollte nie als echte Person gesehen werden, sondern nur als eine Angst - machende Schreckensgestalt. Da die Berufsbezeichnung Schinder (Abdecker) alt ist, sollte sich auch das Lied entsprechend alt anhören. Aus diesem Grund wurde auch eine Drehleier für die Musik verwendet. Wegen des innewohnenden verdrehten schwarzen Humors wird das Lied ausnahmsweise von mir gesungen. Wir hatten manche Mühe, Kinder zu finden, die den geplanten Kinderchor sangen. Alles in allem war es ein großer Spaß.

Dienstags nachmittags (aka mittwochs nachmittags)

Franz-Josef hat mir ein Lied von Christoph Leuchter mit dem Titel „Blick hinaus aufs Meer“ vorgespielt. Abgesehen davon, dass mir das Stück gefiel, fand ich die entspannte Beiläufigkeit des Titels anregend. Es löste bei mir den Satz „Sag, was machst Du dienstags nachmittags“ aus. Aus dienstags wurde mittwochs, um beim Singen einen S - Laut einzusparen. Es taucht wieder das Thema Freundschaft auf, hier in der Form von jemandem, mit dem man einfach gerne zusammen ist.

Eigentlich

Ab jetzt werden alle darauf achten, wie häufig dieses Wort verwendet wird. Es ist die Einschränkung dessen, was dann folgt und drückt oft das Gegenteil vom Gesagten aus. Es war eigentlich ganz nett bei euch und nett ist doch die kleine Schwester von Schei...

Es gibt keine Drachen mehr

Ich habe immer Robin Hood, dargestellt von Kevin Kostner im gleichnamigen Film, beneidet, wir er im Morgennebel an einem See Maid Mariane verabschiedet, mit seinem Bogen in der Hand und dem Köcher voller Pfeilen auf dem Rücken in seinem ledernen Wams. So sehen Helden aus. Dem kann man heute nichts mehr entgegensetzen. Selbst wenn man wollte, könnte man keinem Drachen mehr entgegentreten, um seinen Mut zu beweisen. Irgendwie doof.

Kondensstreifen

Franz-Josef hatte im letzten gemeinsamen Urlaub mit den Kindern, Enkelkindern und seiner Frau im Herbst 2023 in Österreich seine Gedanken und Impressionen aufgeschrieben und sie mir mit der Bitte geschickt, daraus einen Text zu formen. Es ist die Erinnerung an eine schöne kurze Zeit.

Die Texte

Mal heiter, mal nachdenklich, mal leicht, mal schwer - auf jeden Fall originell

Wo bist Du?

Ich habe überall nach Dir gesucht
Doch ich hab dich nicht gefunden
Ich hab so langsam das Gefühl
Du bist und bleibst für mich verschwunden

Ich fand Dich nicht in Niederzissen
Und auch nicht in Illertissen
Keine Spur in Metzingen 
Und auch nicht in Schwetzingen
War sogar in Timbuktu
Und von da nach Katmandu
Nicht in Timmendorfer Strand
Und auch nicht auf Lummerland

Wo bist Du?

Ich war in jedem kleinen Nest
Natürlich auch in Budapest
War auf dem Weg nach Tasmanien
Und sogar in Transsylvanien
Fand Dich nicht am Titisee
Und auch nicht in St. Tropez
Keine Spur in Albuquerque
Und auch nicht auf Chalkidiki
Nirgendwo in Addis Abeba
Auch keine Spur auf Sumatra
War dann auch mal in New Haven
Sogar in Stratford-upon-Avon

Kann die Gedanken an Dich nicht verscheuchen
Deshalb war ich sogar in Euchen
Ich hetze seitdem hin und her
Reise auf dem Globus kreuz und quer

Wo bist Du?

Weder Mongolei noch Mandschurei
Kein Hyderabad und nicht Filderstadt
Weder Tijuana noch Yokohama
Nicht Jadebusen oder Leverkusen
Weder Saskatoon noch Brigadoon
Nicht East Hampton noch Southampton
Kein Montego Bay und kein Monterey
Weder auf Baltrum noch auf Borkum

Ich war auch bei der Polizei
Danach sogar beim FBI
Es gab einen Tipp vom LKA
Der führte mich nach Kanada
Ich lief dort durch den tiefen Schnee
Sogar bis zum Eriesee
Ich hab Dich nirgends gefunden
Du bist und bleibst für mich verschwunden

Wo bist Du?

Das Leben krümelt

Ob du es willst oder auch nicht
Das ist dem Leben scheiß egal
Du hinterlässt ständig deine Spuren
Mal schemenhaft, mal ganz real
Was du auch tust, es fällt was ab
Von dir, von deinem Sinn und Streben
Und wissen tun es Wenige nur
Die Krümelspur ist wie dein Leben

Von deinem Leben fallen ständig irgendwelche Krümel ab
Mal wird das mit Applaus goutiert und manchmal wird es ziemlich knapp
Mal sind die Krümel unausstehlich, mal sind sie auch aus Marzipan
Keiner kann sich heut erinnern, wie das Krümeln mal begann

Die Krümel sind mal hochwillkommen
Ein andres mal ein Störenfried
Es ist als hätte man ersonnen
Im richtigen Moment das falsche Lied
So krümelt es dahin, dein Leben
Gelegentlich fließt es oder klebt
Auf Sonnenschein folgt wieder Regen
Hauptsache es krümelt, weil man lebt

Refrain

Wie lange deine Krümel halten
Das ist schwerlich abzusehn
Spuren im Schnee scheinen unvergänglich
Können aber schnell verwehn
Sei froh, solange es noch krümelt
Schau zurück und schmunzle weise
Denn dieser dein einmaliger Weg
Wird durch die Krümel nachvollziehbar
- wenn auch leise, wenn auch leise

Refrain

Und wenn du richtig leben willst, dann fang zu krümeln an ...

Regentage

Regentropfen durchnässen mich
Wohl auch mit der Erkenntnis
„Hab keine Angst vorm Leben“
Du musst es eben nehmen 
Denn es herzugeben – es herzugeben, kann der Weg nicht sein 

Regentage, Regentage

Gehst du dem Regen aus dem Weg
Lernst das Leben niemals kennen
Wirst zwar wie alle gehen können
Lernst aber niemals ernsthaft zu rennen
Denk daran, es herzugeben kommt nicht in Betracht

Fragst du die, deren Tage gezählt
Ob ernsthaft jemand von denen
Jemand von denen die Abkürzung wählt
Sicher nicht, ganz sicher nicht
Denn es herzugeben – es herzugeben, kann der Weg nicht sein

Freue Dich auf Regentage
Sie sind das, was noch kommt
Regentage
Komm, wir feiern Regentage
Damit das Wasser des Lebens uns durchtränkt

Fühlst du es nicht auch?
Wie schön es sein kann?
So ein Tag voller Regen
Steh ganz still, ohne dich zu bewegen
Steh ganz still – dort im Regen – dort im Regen

Steh ganz still 
Steh ganz still, dort im Regen
Dort im Regen
Steh, steh ganz still

Komm wir feiern Regentage
Lass uns feiern was noch kommt

Ehrliche Haut

Eine ehrliche Haut ist für Eiertänze nicht zu haben
Eine ehrliche Haut bekennt sich offen zu einer Farbe
Eine ehrliche Haut verbrennt sich auch schon mal die Finger
Eine ehrliche Haut hat nie eine Goldwaage dabei
Eine ehrliche Haut hat im Herzen keine Mördergrube
Eine ehrliche Haut nimmt niemanden an die Kandare

Eine ehrliche Haut nimmt Dir weder Brot noch Butter und führt dich nicht auf glattes Eis
Eine ehrliche Haut ist auch keine Axt im Walde und zieht dich nicht durch den Kakao
Eine ehrliche Haut Trägt ihren Kopf hoch erhoben und geht niemanden auf den Leim

Mit einer ehrlichen Haut
Ist Böses nicht zu machen
Kann man Pferde stehlen
Geht man durch dick und dünn
Hält Freundschaft ein Leben lang

Ehrliche Hau hat keine Wechselkurse
Ehrliche Haut tritt dem IWF nicht bei
Scheint so manchen ohne Wert
Dabei ist sie das, das was wirklich zählt
Für mich gibt es nichts von höherem Wert

Eine ehrliche Haut bindet dir keine Bären auf 
Eine ehrliche Haut hat auch keinen Dreck am Stecken
Eine ehrliche Haut schmort hier und da in einem Kerker
Eine ehrliche Haut nimmt man gerne als ein Bauernopfer
Eine ehrliche Haut schwimmt gerne auch mal gegen den Strom
Eine ehrliche Haut biedert sich ganz bestimmt niemals an

Eine ehrliche Haut ist nicht immer leicht zu nehmen wenn‘s keiner tut, dann nehme ich sie
Eine ehrliche Haut hat nicht wirklich eine Farbe und erst recht nicht ein Geschlecht Eine ehrlich Haut ist mit Gold nicht aufzuwiegen und haut dich niemals übers Ohr

Refrain

 

Die Garderobe

Schau dir mal ein Leben an
Es hat etwas‚ von einer Achterbahn
Mal kommst du oben, mal unten an
Oder es läuft wie in einer Bibliothek
Wo Banales neben Klugem in dicken Wälzern steht
Wie auf der Stange einer Garderobe Seit an Seit
Auf der sich nach und nach das Leben reiht
In das mystische dieser Reihenfolge 
Ist und war noch niemand eingeweiht
Es führen Regie, der Zufall, das Schicksal und die Zeit

Das Leben spült dir ständig Menschen an
Zufall, Schicksal oder doch ein Plan?Zufall, Schicksal oder ein Plan?
Manchmal müsste Abstand sein, groß sogar 
Und dann könnte es nicht näher sein, wunderbar 

So bist auch Du irgendwann hineingehängt
Vielleicht erst mal allein, dann dicht gedrängt
Alles ist so bunt, wie man das Leben kennt
Trenchcoat neben Cape und Bomberjacke

Gleich daneben ein alten Parka mit ‘nem Aufnäher „Attacke“

Das Leben spült dir ständig Menschen an
Zufall, Schicksal oder doch ein Plan?Zufall, Schicksal oder ein Plan?
Manchmal müsste Abstand sein, groß sogar 
Und dann könnte es nicht näher sein, wunderbar

Blazer schick und Lodenmäntel bodenlang
Gerne auch Lederjacken, denn die halten lang
Zwischen alledem lugt Jeans überall heraus
Mit Pelzkragen gehen doch nur noch Neureiche aus
Mit Bolero, Duster und Daunenjacke füllt sich das Haus
Mal hängt neben Dir ein echt teures Stück
Wirkt ziemlich affig und heraus-geschmückt
Oder ‘ne olle Regenjacke, muffig und zerdrückt 
Hin und wieder duftet‘s noch, mal riecht es schon
Hier was von armen Leuten, da vom Professorensohn 

So weiß man nie, wer oder was noch kommt
- mal ist es klar von Direktoren
- mal verliebt bis über die Ohren
- mal verbittert und geknickt
- mal vorher schon herumgezickt
- mal auf den Schultern voller Haare
- mal dick gesteppte Winterware
- mal voll Hochmut, wie von Adel
- mal hält der Ärmel nur mit Nadel
- mal beiderseits leer die Tasche
- mal ist darin noch eine Flasche
- mal ist es Kleingeld zum Verbrauch
- mal ein Zettel mit Nummern auch
- mal mit Lippenstift am Taschentuch
mal sind Taschen dann auch ein Fluch

Guten Willens

Zuerst war alles, was erdacht, guten Willens
Aus guten Willens wurde mit der Zeit Verwunderung
Aus Verwunderung wurde alsbald Verärgerung
Aus Verärgerung entwickelte sich Verdächtigung
Den Verdächtigen begegnet man mit Anschuldigung
Aus Anschuldigung machte man dann Verurteilung
Verurteilte führt man irgendwann zur Hinrichtung
So fangen Hinrichtungen oft guten Willens an

Guten Willens – guten Willens

Zuerst hörte sich alles sehr vernünftig an
Aus „vernünftig“ wurde bald „muss doch klar sein“
Was klar sein muss, ist auch schnell alternativlos
Wenn alternativlos, wird Handeln dann zwangsläufig
Handelt man zwangsläufig, wird Widerstand gebrochen
Um Widerstand zu brechen, muss erzwungen werden
Um etwas zu erzwingen, braucht man gerne Gewalt
So beginnt Gewalt mit Dingen, die vernünftig scheinen

Guten Willens – guten Willens
Wer nicht für uns ist, ist gegen uns
Wer nicht für uns ist, ist gegen uns
Wer - nicht - für - uns - ist, ist - gegen - uns
Guten Willens – guten Willens

Zuerst war da das Bedürfnis nach dem Sinn 
Das Bedürfnis nach dem Sinn formte dann den Glauben
Und die, die glaubten, übten sich in Frömmigkeit
Frömmigkeit schlägt schnell um in Scheinheiligkeit
Und Scheinheiligkeit führt dann zur Verblendung
Und ist erst Verblendung da, kommt Fanatismus dazu
Fanatismus löscht gern alle Andersdenkenden aus
So beginnt die Auslöschung gern mit einem Glauben

Guten Willens – Verwunderung – Verärgerung – Verdächtigung – Anschuldigung – Verurteilung – Hinrichtung – guten Glaubens
In Frömmigkeit – Scheinheiligkeit – Verblendung – Fanatismus – Auslöschung – gerne guten Glaubens 

Guten Willens – guten Willens

Verärgerung – Verdächtigung – Anschuldigung – Verurteilung – Hinrichtung – guten Glaubens

Menschen, Menschen wohl für Frieden nicht gemacht
Menschen, oh Menschen für Frieden nicht gemacht

Soldaten fragen nicht

Da stehn sie nun in Reih und Glied
Im gleichen Stoff und in den gleichen Farben
Mit Knöpfen glänzend in der Sonne
Es riecht nach Leder und nach Stolz
Überall polierter Stahl und lackiertes Holz
Die Brust ist weit herausgestreckt
Die Köpfe hoch - die Augen rechts
Soldatenherzen schlagen höher

Soldaten, Soldaten fragen nicht
Sie stehn in Reih und Glied
Soldaten, Soldaten, Soldaten fragen nicht
Sie stehn in Reih und Glied

Reih um Reih marschiern sie los
Mit Heldentum aus Mut gemacht
Wie ist doch das Leben schön
In Reih und Glied, die Sonne lacht
Gejubelt wird am Straßenrand
Genau so wie in Feindesland
Noch marschieren sie alle über Blumen
Von einer dunklen Ahnung sind nur jene
Welche einen Krieg schon mitgemacht

Soldaten, Soldaten, Soldaten fragen nicht
Sie kommen um zu kämpfen
Soldaten, Soldaten, Soldaten fragen nicht
Sie kämpfen

In aller früh da stehn die Heere 
Es ist Zeit zum großen Kampf
Und mit der allerersten Salve 
Ziehn die Kürassiere blank
Die Kugeln mähen jetzt alles nieder
Eisen zerfetzt die jungen Glieder
Nichts bleibt von der Erhabenheit
Wenn der Mensch im Tode schreit
Nur Verderben, kein Gedeih

Soldaten, Soldaten, Soldaten fragen nicht
Soldaten, Soldaten, Soldaten kommen um zu sterben
Soldaten, Soldaten, Soldaten werden nicht gefragt
Soldaten, Soldaten, Soldaten werden nur verheizt

Freunde

Freunden schenkt man eine Mandoline
Freunde lädt man zu sich ein
Freunde machen einfach Freude
Wenn es klingelt – lass sie ein
Für Freunde macht man tolles Essen
Für Freund kauft man trockenen Wein
Manches Glas werden wir heut leeren
Es hat geklingelt – lass sie ein
Für Freunde holt man Bestes aus dem Keller
Für Freunde kauft man Gutes ein
Und trinken sie kein englisches Bier
Gibt‘s eben italienischen Wein

Mach auf, mach auf ich hör die Freunde kommen
Mach auf, mach auf und lass sie ein
Sag: “Ihr könnt euch schon mal setzen“
Und frage sie: „Was darf es sein?

Hast du Freunde, geht es besser
Hast du Freunde, endet manches in Gesang
Vieles ist doch schnell verschwunden
Freunde halten - ein Leben lang

Mag sein, dass es auch mal enger wird
Dann komm und vertrau es mir an
Denn dann rücken wir zusammen
Ein guter Freund hilft, wo er kann

Ich sag dir, bin so beschwingt – denn
Freude und Freunde trennt nur ein ‚n‘

Freundschaft gibt es nicht umsonst
Freundschaft ist dennoch kostenlos
Freundschaft will erneuert werden
Freundschaft fällt nie in den Schoß

 

Der Schinder

Erwachsene haben große Angst und Kinder nicht minder
Er trägt nur eine Kappe, nie Zylinder – der Schinder

Erwachsene haben große Angst und Kinder nicht minder
Vor wem wohl? - vorm Schinder

Renn, renn was Du kannst
So schnell und noch geschwinder
Sonst holt er Dich und es ist aus
Na wer? – der Schinder

Hast Du Angst im Dunkeln?
Lässt das Licht an in deinem Zimmer?
Wachst schreiend auf in der Nacht?
Findest keine Ruhe – nimmer
So mache Leut‘ verschwanden schon
Und vom Nachbarn auch der Sohn
Man hat nie etwas gefunden
Sind mit Haut und Haar verschwunden
Gesehen hat ihn noch keiner
Jedenfalls keiner der noch lebt
Er riecht wohl nach Verwesung
Vom Blut, das an ihm klebt

Refrain

Habt acht ihr Leute vor dem Schinder
Wehe wenn er dich erwischt
Deine Leben ist keinen Pfennig wert
Auf deine Haut ist er erpicht

Erwachsene haben große Angst und Kinder nicht minder
vor wem wohl – vorm Schinder

Refrain

Erwachsene haben große Angst - und Kinder nicht minder
Er trägt nur eine Kappe, nie Zylinder 
Erwachsene haben große Angst und Kinder nicht minder
Er trägt nur eine Kappe, nie Zylinder – der Schinder
 

 

Dienstags nachmittags (aka mittwochs nachmittags)

Sag, was machst Du mittwochs nachmittags?
Es liegt gar nichts besondres an
Komm doch einfach mal vorbei
Wir machen es uns nett, wir zwei

Erzähl mir von dem letzten Buch, dass Du gelesen hast
Oder von dem letzten Flug und wo du gewesen bist
Komm erzähl, was Dich bewegt, hast Du Sorgen oder so
Wein habe ich noch genug, holen wir ne Pizza bei Massimo

Mittwochs, mittwochs nachmittags
Mittwochs nachmittags

Wir schauen mal wieder ‚nen alten Film und sprechen mit unisono
Oder hören unsere Lieblingsmusik und streiten dann sowieso
Erzähl mir von Deiner neuen Platte, ist die denn schon raus?
Du hast auch etwas zugelegt, siehst nicht mehr abgemagert aus

Refrain

Mittwochs, mittwochs nachmittags
Mittwochs nachmittags

Ich hab noch jede Menge Whiskeys, alle mindestens 12 Jahre alt
Wir sollten sie zusammen öffnen und zwar ziemlich bald
Dann verbeißen wir uns in ein Thema und disputieren, das es fast knallt
Am Ende lachen wir dann Tränen, weil manches Argument nur noch gelallt

Mittwochs, mittwochs nachmittags
Mittwochs nachmittags
Mittwochs, mittwochs nachmittags

Melde Dich, wenn Dir danach ist, ganz egal zu welcher Zeit
Und ist es auch nicht nur mittwochs nachmittags, ich bin immerzu bereit
Am Ende ist es dann immer spät und du musst jetzt gehn
Und ich denke, kaum bist Du weg, an unser nächstes Wiedersehn

Refrain

Mittwochs, mittwochs nachmittags
Mittwochs nachmittags ….
(montags, dienstags, mittwochs, donnerstags, freitags, samstags, sonntags ...)

 

 

Eigentlich

Eigentlich – war im Zug einen Platz gebucht
Eigentlich – ging da heute noch ein Flug
Eigentlich – hält das Eis sonst doch immer
Eigentlich – haben sie warmes Wasser im Zimmer
Eigentlich – rege ich mich über so was nie nicht auf
Eigentlich – geht der Fallschirm sonst immer auf
Eigentlich – stürzen unsere Gerüste niemals ein
Eigentlich – kann das alles gar nicht sein

Weißt du was? 
Ich hasse dich – „eigentlich“
Bist ein Schlimmes Wort für mich
Kommst du ins Spiel wird’s fürchterlich
Niemand liebt dich – „eigentlich“

Eigentlich – war die Wegbeschreibung richtig
Eigentlich – ist dieser Pilz nicht giftig
Eigentlich – hat der Hund noch niemanden gebissen
Eigentlich - habe ich da ein gutes Gewissen
Drücken Sie Alt und Enter, großes Q und F10
Eigentlich – müssten Sie dann wieder etwas sehn

 Hör bloß auf, ich hasse dich – „eigentlich“
Bist ein Schlimmes Wort für mich
Kommst du ins Spiel wird’s fürchterlich
Niemand liebt dich – „eigentlich“
Bist gefährlich – „eigentlich“
Ich verzichte voll auf dich
Bist du weg, vermisst man dich nicht
Bist eine Plage – „eigentlich“

Eigentlich – brauche ich niemals Gewalt
Eigentlich – lässt mich dein Gequatsche kalt
Eigentlich – erreicht man unsere Hotline
Eigentlich – sollte man nett und freundlich sein
„Eigentlich“ – ich hau dir eine rein

Es gibt keine Drachen mehr

Es gibt keine Drachen mehr
Es gibt keine Drachen mehr

Ich möcht Dir meine Liebe zeigen
Was muss ich tun? 
Wie zeig ich's Dir?
Was haut Dich um?
Verrat es mir
Ich bin mir nicht sicher, ob etwas für Dich reicht
Also was soll ich tun, Blumen vielleicht?
Ob das reicht?
Geschmeide, Gold oder anderes von Wert?
Irgendwas, von dem man lange zehrt
Ich denk, es muss was ganz Besonderes sein
Drum zieh ich los und lass Dich allein

Ich werde einen Drachen für dich töten
Zieh aus, befrei die Jungfrau, die er bewacht
Ich würd dann auch in seinem Blute baden
Man sagt, das hat Siegfried einiges gebracht
Ich werde einen Drachen für dich töten
Zieh aus, befrei die Jungfrau, die er bewacht
Und am Ende brächt ich Dir den Kopf von dem Getier

Herakles war ein Halbgott, Jeanne d‘Arc eine Frau
Ob Lancelot je gelebt hat, weiß man nicht genau
Berühmt war auch Odysseus, der war nämlich schlau
Und ich, ich steh an der Ampel, in einem Golf in grau
Es gibt keine Helden mehr

Es braucht niemand mehr ein Löwenherz
Das hielten heute alle für einen Scherz
Auch so was wie Robin Hood geht heute nicht mehr
Das größte Abenteuer ist jetzt - ein Kreisverkehr
Es gibt keine Helden mehr

Ich wollte einen Drachen für Dich töten
Denn ich wär so gern für Dich ein Held
Ich wollte einen Drachen für Dich töten
War in allen großen Höhlen dieser Welt
Ich wollte einen Drachen für Dich töten
Ich hab lange und überall gesucht
Zog aus mit einem Speer, doch alle Höhlen sind leer

Es gibt keine Drachen mehr
Wo sind all die Drachen hin?

Ich wollte einen Drachen für dich töten
Zog aus, doch keine Jungfrau, die er bewacht
Ich konnte nicht in seinem Blute baden
Schließlich hat es Siegfried auch umgebracht
Ich wollte einen Drachen für dich töten
Zog aus, doch keine Jungfrau, die er bewacht
Am Ende bring ich Blumen Dir, statt den Kopf von dem Getier

Es gibt keine Helden mehr
Wo sind all die Helden hin?
Wo sind all die Helden hin?
Es gibt keine Helden mehr
Es gibt keine Helden mehr

 

Kondens-streifen

Ihr sitzt am See und lasst euch von der Sonne bescheinen
Alle lachen, rufen und schwatzen, es spielen die Kleinen 
Die Strahlen der Sonne glitzern auf dem eiskalten Bergsee
Die Nächte werden kalt, auf den Gipfeln liegt der Schnee
Die Blätter, sie fallen, in allen Farben strahlt das Laub
Alles so friedlich und die Gedanken zerfallen zu Staub
Ein Kajak gleitet zügig durch das Wasser, ganz ohne Laut
Momente der Zufriedenheit, Sonne wärmt meine Haut

Am Himmel zieht ein Flieger Kondensstreifen hinter sich her
Es gibt keinen Ort auf der Welt, an dem ich lieber wär
Denn Zufriedenheit kommt oft, oft so klein daher
Ob hier am See, bei Dir, den Kindern, in den Bergen oder auch am Meer

Die Natur überwältigt, präsentiert ihren ganzen Schatz
Es kommt spontan das Gefühl, dass hier so plötzlich alles passt
Probleme verblassen, es fällt ab so manche Last
Da wir dir bewusst, dass du die Sorgen vergessen hast
Die Jüngste kommt und bietet Dir von ihren Gummibärchen an
Du kannst gar nicht antworten und ziehst sie nur an dich heran
So ist das, wenn Liebe sich in einem Augenblick manifestiert
Hier am See, mit euch so vertraut, wo alles funktioniert

Wie schön wär es, wenn so ein Moment ewig währt
Doch wenn er ewig währt, dann verliert er an Wert

Refrain

Momente brennen sich fest ins Gedächtnis ein
Mann kann sie nicht fixieren und doch allein
Allein aus dem Erinnern ziehen wir so viel Kraft
So viel Kraft wie sonst nichts andres schafft
Hier am See, hier am See

 

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